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Baugeld oder auch der Kredit für das eigene Haus

Den Traum vom Eigenheim träumen gerade in der Zeit der aktuellen Finanzkrise immer mehr Leute, sind doch Immobilien derzeit gerade in Europa noch eine sehr sichere Geldanlage, die zumindest Wertstabilität garantiert. Leider können sich nur die wenigsten Personen einfach so die Traumimmobilie leisten, in fast allen Fällen wird zusätzliches Kapital benötigt. Wird ein Kredit aufgenommen, um eine Immobilie zu finanzieren, spricht man im Allgemeinen von Baugeld. Dieses lässt sich auf viele verschiedene Arten beschaffen, zum Beispiel als normales Darlehen, als Bausparvertrag oder ganz exotisch als Fremdwährungsdarlehen. Welche Art von Baugeld passend ist, hängt ganz von der individuellen Situation des Bauherren ab.

Variante I: Der Bausparvertrag (sicherste Variante)

Die sicherste Variante, Baugeld zu beziehen, ist der Bausparvertrag. Dieser eignet sich auch besonders gut für Personen mit geringerem Einkommen. Bei einem Bausparvertrag kommt es nicht sofort zur Auszahlung des Kredites, vorher muss zunächst eine gewisse Summe des Gesamtkapitals im Vertrag angespart werden. Sobald der Vertrag zuteilungsreif ist, bekommt der Bausparer das gesamte Kapital ausgezahlt, die Summe, die noch nicht angespart ist, wird als Kredit zu besonders günstigen Konditionen herausgegeben. Nachteilig kann ein Bausparvertrag immer dann sein, wenn es um relativ kurzfristige Investitionen geht, denn eine sofortige Auszahlung wird von den Bausparkassen nicht garantiert und so kann es durchaus einige Monate dauern, bis das Geld letztendlich ausgezahlt wird.

Variante II: Ein klassisches Immobiliendarlehen

Die zweite Variante für Baugeld ist ein klassisches Immobiliendarlehen, das sich auf drei Arten zurückzahlen lässt, als Annuitätendarlehen, als Tilgungsdarlehen oder als endfälliges Darlehen. Alle Rückzahlungsarten bieten ihre Vor- und Nachteile. Bei einem Annuitätendarlehen zahlt der Kreditnehmer jedes Jahr exakt dieselbe Summe zurück, was den Vorteil hat, dass die Raten immer konstant bleiben. Dafür entfällt in den ersten Jahren ein Großteil der Rückzahlung nur auf die Zinsen, weswegen es durchaus möglich ist, dass nach 10 Jahren Rückzahlung noch immer knapp 80 Prozent der Kreditsumme offen sind. Bei Tilgungsdarlehen zahlt der Kreditnehmer jedes Jahr einen festen Tilgungssatz plus die jährlichen Zinsen zurück, dass heißt, dass die Raten mit zunehmender Laufzeit immer weiter sinken, weil der Zinsanteil kontinuierlich sinkt. Bei einem endfälligen Darlehen werden bis zum Ende der Laufzeit nur die Zinsen bezahlt, am Ende der Laufzeit wird die komplette Kreditsumme auf einmal fällig. Bei dieser Rückzahlungsform sind die monatlichen Raten sehr gering, aber dafür muss garantiert werden, dass am Ende der Laufzeit die komplette Summe auch zur Verfügung steht. Daher bietet sich diese Form nur in Verbindung mit einer Lebensversicherung oder einer anderen Variante zum Vermögensaufbau an. Dann muss zusätzlich darauf geachtet werden, dass die beiden Verträge zeitgleich enden, damit das Geld auch tatsächlich zur Verfügung steht. Unabhängig von der Rückzahlungsart liegen die Zinsen für diese Art von Baugeld in Deutschland derzeit bei gut 5%.

Variante III: Das Fremdwährungsdarlehen

Die dritte Variante ist das Fremdwährungsdarlehen, welches sich nur für risikobereite Kreditnehmer eignet, die außerdem ein recht großes Eigenkapital haben. Ein Minimum von 30% Eigenkapital sind notwendig, außerdem lassen sich mit diesem Baugeld nur Immobilien für den privaten Gebrauch finanzieren. Bei einem Fremdwährungskredit eröffnet die Bank ein Darlehenskonto in einer fremden Währung, zahlt den Betrag aber in Euro aus, auch die monatliche Rückzahlung erfolgt in Euro und wird von der Bank entsprechend umgerechnet. Die beliebtesten Währungen für diese Art von Baugeld sind Schweizer Franken und japanische Yen. In beiden Ländern liegen die Zinsen für Immobilienkredite sehr niedrig (Japan 2%, Schweiz ~3%). Deswegen sind bei Fremdwährungsdarlehen weniger Zinsen zu zahlen, was den Kredit günstiger macht. Allerdings trägt der Kreditnehmer das Währungsrisiko, wenn sich der Wechselkurs verändert, wird der Kredit entweder teurer oder sogar noch günstiger. Die sicherere Variante ist das Darlehen in Schweizer Franken, weil diese Währung traditionell eher geringe Wertschwankungen hat, während der japanische Yen deutlich stärker schwankt. Letztendlich ist es eine Glaubenssache, eine Garantie für einen sehr günstigen Kredit gibt es leider nicht.